22. Januar 2020

Zoll 4.0 – Die Digitalisierung der Zollabfertigung ist live

Die deutsche Zollverwaltung hat mit dem ATLAS-Release 9.0 und AES-Release 2.4.4 die ersten Schritte eingeleitet, um Unterlagen und Stellungnahmen mittels ATLAS elektronisch und proaktiv übermitteln zu können. Zeit-, Kostenersparnis und deutliche Steigerung der Transparenz sind nur einige Vorteile für Unternehmen, die im Außenhandel tätig sind. Die Zukunft ist jetzt – mit der voranschreitenden Digitalisierung und dem elektronischen sowie medienbruchfreien Datenaustausch gehen die Zollabfertigungsprozesse am Standort Deutschland einen entscheidenden Schritt nach vorne.

Praxisorientiert ist dieser Leitgedanke allemal, denn bei der Planung und Umsetzung der neuen IT-Anwendung ZELOS wurden alle Akteure involviert: die Behörden im Hauptsächlichen die Zollämter vor Ort, die Unternehmen wie auch die Softwareanbieterarbeiten an einer praxisorientierten Lösung.

Ist-Zustand

Derzeit ist der Austausch auf Papierbasis langwierig, umständlich, teuer und letztlich weder ökonomisch noch ökologisch. Von der Zollverwaltung angeforderte Unterlagen werden mit den gängigen Mitteln der Bürokommunikation an die Behörden übermittelt oder per Boten eingereicht. Im Anschluss werden die Papiere den Vorgängen zugeordnet. Es kam es zu Verzögerungen in der Kommunikation und somit auch in der Abfertigung. Waren blieben stehen und Transporteure mussten warten. Um diese Umstände zu verbessern hat auch die Wirtschaft bei der Umsetzung von ZELOS ihre Finger im Spiel. Hamburg mit dem immensen Warenverkehr des Hafens liefert zahlreiche Impulse. Der Verein Hamburger Spediteure (VHSp) hatte sich hier eingebracht.

Das soll nun anders werden, doch wie?

Mit den Softwarehäusern wird nun eine Plattform geschaffen, die es den Zollbehörden erlaubt, fehlende Unterlagen anzufordern. Der teilnehmende Wirtschaftsbeteiligte hat wiederum die Möglichkeit, mittels des gleichen Mediums zu antworten. Die angeforderten Unterlagen können dann z. B. eingescannt und wiederum elektronisch übermittelt werden. Da das Ganze aus dem entsprechenden Vorgang erfolgt, entfallen manuelle Zuordnungen.

Zu den einzureichenden Unterlagen zählen:

  • Dokumente anderer Behörden z. B. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • Unterlagen der EU
  • Fiskale Unterlagen der Unternehmen z. B. Handelsrechnungen

 

Die Codierungen für die Unterlagen hat der Zoll in der der Codeliste I0255  zusammengetragen und auf Zoll.de zum Download gestellt.

Wer hat was davon?

Die Vorteile liegen auf der Hand. Eventuell fehlende oder fehlerhafte Unterlagen oder Nachfragen zu den Unterlagen können schnell und medienbruchfrei übermittelt sowie sofort zugeordnet werden. Die Zollverwaltung kann dann schneller agieren, da die Suche der Vorgangszuordnung im System oder Papierstapeln entfällt. Die Dokumentation bleibt in sich geschlossen. Ein weiterer Punkt ist der Datenschutz. Die Übermittlung der Daten erfolgt ohne Einsicht möglicher Dritter.

ZELOS kann Einsatz finden bei:

  • Einfuhr (SumA, Zollbehandlung, AEGZ, Zolllager und Nacherhebung und Erstattung)
  • Ausfuhr (Überführung, Überwachung und Erledigung)
  • EAS (ASumA und ESumA) und
  • Versand (Überführung).

Agieren statt reagieren

Ein weiterer Vorteil ist die proaktive Übermittlung von Daten. Fällt dem Unternehmen eine Ungereimtheit auf oder möchte er Erklärungen abgeben, bevor die Zollverwaltung nachfragt, so ist dies auch möglich. Und zwar unabhängig von den Öffnungszeiten der Ämter.

Diese proaktive Bearbeitung ist beim Im- und Export möglich. Und zwar:

  • Bei den Verfahren Einfuhr, EAS und Versandverfahren innerhalb von 60 Minuten nach erfolgter Registrierung bzw. Entgegennahme der Anmeldung
  • Bei den Verfahren Ausfuhr im Bearbeitungszustand „Entgegen genommen“ oder „Zurückgestellt“
  • Beim Verfahren Einfuhr bis zur Annahme der Zollanmeldung
  • Beim Versand

 

Und die Visionen nehmen kein Ende

 

Die effizienteste Lösung ist es, sämtliche notwendigen Unterlagen im ATLAS-Programm als Standard zu hinterlegen. Dann können eine vollautomatisierte Abfrage und Übermittlung erfolgen. Dies würde auch eine proaktive Übermittlung erübrigen. Bei Bedarf wird auf die Anfrage des Zoll von der Software reagiert. Die Generalzollverwaltung hat diesen Automatismus bei den Softwarehäusern angeregt.

Sind alle Ideen umgesetzt, hat die Deutsche Zollverwaltung einen Meilenstein gesetzt, und das weltweit. Nicht nur das etwa fünf Millionen Papierausdrucke eingespart werden würden, die Deutsche Zollabwicklung wäre damit international führend.

 

Knapp zwei Jahre Gewöhnungsphase

Die ersten Schritte sind gemacht. Nun liegt es an den Softwarehäusern diese umzusetzen. Auch wie es im Einzelnen umgesetzt wird, bleibt im Einzelfall bei der IT. Erste praktische Lösungen werden im ersten Quartal 2020 erwartet. Erst einmal wird das Nutzen von ZELOS fakultativ, also freiwillig, sein. Erst zum September 2022 soll das Nutzen von ZELOS verpflichtend werden.

 

Die Zollverwaltung hat auf ihrer Seite einen Fragenkatalog eingerichtet mit den wichtigsten und häufigsten Fragen. Diesen finden Sie hier: Zoll.de

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