Wegen Corona-Epidemie - DIHK fordert unkonventionelle Sofortmaßnahmen

Die deutsche Wirtschaft hat wegen der Corona-Epidemie an die Politik appelliert, unkonventionelle Sofortmaßnahmen zu gewähren, um von der Wirtschaft größere und dauerhafte Schäden abzuwenden.

“Jeder Tag zählt”, erklärt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. “Vieles, was für normale Zeiten entwickelt worden ist, wird in der Krise nicht funktionieren. Anträge, die erst gestellt, komplett bearbeitet und bewilligt werden müssen, binden Ressourcen, über die auch die Behörden kurzfristig nicht verfügen.” Der DIHK fordert, dass Steuerforderungen sofort mit Verlusten verrechnet und vorrübergehende staatliche Garantien für Unternehmenskredite gewährt werden sollten.

Es gebe nicht nur Unsicherheiten bei der Finanzierung vieler Unternehmen. “Vielmehr sehen viele Unternehmen die Gefahr, dass sie bei fortgesetzter Krise ihren Geschäftsbetrieb komplett herunterfahren müssen”, so Schweitzer. “Gleichzeitig müssen die Betriebe weiterhin ihre Verpflichtungen erfüllen.” Dazu gehörten nicht nur die Zahlung von Löhnen und Gehältern, sondern auch von Krediten, Steuern und Abgaben.

Wichtig sei es auch, dass Unternehmen ihre in diesem Jahr anfallenden Verluste sofort mit anstehenden Steuernachzahlungen für die Vorjahre verrechnen können. Jeder Cent zähle, der in den Unternehmen bleiben kann. Außerdem sollten die Finanzämter die fälligen Vorauszahlungen bei den Ertrag- und Umsatzsteuern sofort für einige Monate zinsfrei stunden.

“Wo aktuell kein Ertrag ist, sollte erst mal nichts abgeführt werden müssen. Wir sollten das alles über einfache Pauschalregelungen machen, um gefährliche Engpässe zu vermeiden”, so Schweitzer.