23. Oktober 2019

Käse, Wein, Oliven und Flugzeuge

PARIS (AFP)–Wein und Whisky, Käse und Oliven sowie ganze Flugzeuge: EU-Produkte im Wert von jährlich 7,5 Milliarden Dollar sind mittlerweile mit zusätzlichen Strafzöllen belegt, wenn sie in die USA exportiert werden. Insgesamt führen die Länder der EU laut Statistikbehörde Eurostat jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von 320 Milliarden Euro in die USA aus.

LUFTFAHRTINDUSTRIE:

Auf fertige Flugzeuge werden zusätzliche Abgaben in Höhe von 10 Prozent fällig. Betroffen sind in Toulouse und in Hamburg montierte Maschinen des europäischen Herstellers Airbus – Flugzeugteile sind nicht mit Strafzöllen belegt. Laut Kieler Institut für Weltwirtschaft betrug der Wert der Flugzeugimporte von der EU in die USA 2018 rund 3,16 Milliarden Euro.
Sollte die EU ihrerseits Strafzölle erheben und den Handelsstreit damit verschärfen, “haben wir am Ende zwei regionale Monopole, Boeing in Amerika und Airbus in Europa, weil die Flugzeuge für die jeweils andere Region zu teuer würden”, heißt es warnend aus der Branche.

WEIN:

Getränke, Lebensmittel und andere Importe sind seit Freitag mit einem Zusatzzoll in Höhe von 25 Prozent belegt. Betroffen sind Weine aus Frankreich und Spanien, Deutschland und Großbritannien, die weniger als 14 Prozent Alkoholgehalt haben und in Flaschen oder Kartons von weniger als zwei Litern abgefüllt sind. Schaumweine sind nicht betroffen.
2018 exportierte Frankreich Wein für 1 Milliarde Euro in die USA. Laut Branchenverband stieg der Absatz im ersten Halbjahr 2019 um 10 Prozent.
Spanien führte 2018 Wein im Wert von 240 Millionen Euro in die USA aus, Deutschland im Wert von 180 Millionen Euro. Italienischer Wein ist von den Strafzöllen ausgenommen – das Land exportierte 2018 Weine im Wert von 1,5 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.

WHISKY:

Bei hochprozentigen Alkoholika trifft es dagegen auch Italien – dazu Großbritannien, Irland, Deutschland und Spanien. Frankreich – und damit französischer Cognac – bleibt verschont. Die Strafzölle dürften vor allem den Whisky-Destillerien in Schottland zu schaffen machen: Der Wert des in die USA exportierten Single Malt aus Schottland beträgt nach Branchenangaben mehr als 460 Millionen Dollar pro Jahr. Der britische Getränkekonzern Diageo versichert, er könne die Folgen “abfedern” – die kleinen Destillerien aber wohl nicht.

KÄSE:

Auf der US-Liste stehen Sorten wie Cheddar, Stilton und Parmesan, Schafs- und Blauschimmelkäse. Roquefort ist allerdings ausgenommen. Nach französischen Angaben trifft der Extra-Käse-Zoll das Land nur marginal. Die Niederlande hingegen stöhnen, die Hälfte ihrer Käse-Ausfuhren in die USA seien mit den neuen Strafzöllen belegt. Der Wert betrage 39 Millionen Euro jährlich.

FRÜCHTE UND MUSCHELN:

Eine Extra-Abgabe wird auch auf Früchte wie Orangen, Zitronen oder Kirschen fällig, auf Saft ebenfalls. Auch fertig zubereitete Muscheln, bestimmte Würste, Kekse aus Deutschland und Großbritannien sowie Kaffee aus Deutschland sind betroffen. Auswirkungen dürften vor allem die Strafzölle auf spanische Oliven haben: Das Land exportiert davon jährlich Mengen im Wert von 179 Millionen Euro in die USA.
Spanien ist insgesamt schwer betroffen: Die Hälfte der Lebensmittel-Exporte in die USA sind fortan mit Strafzöllen belegt – der Wert: 1 Milliarde Dollar. Italien kommt dagegen gut weg: Olivenöl (Exportwert 436 Millionen Euro), Nudeln und Tomatensoße sind ausgenommen. Insgesamt beträgt der Wert der Lebensmittel-Ausfuhren Italiens in die USA mehr als vier Milliarden Euro.

BAUMASCHINEN und OPTISCHE TEILE:

Hier ist vor allem Deutschland betroffen – 25 Prozent zusätzlich treffen elektrische Kleingeräte und Baumaschinen wie Bagger mit einem Exportwert von insgesamt rund 230 Millionen Euro. Dazu kommen Linsen für Kameras.

KLEIDUNG:

Hier treffen die Strafzölle allein britische Waren: Beim Export von Woll- und Kaschmirpullovern, Anzügen, Wetterjacken, Nachthemden und Bettwäsche in die USA werden 25 Prozent zusätzlich fällig.

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