RWI: Chinas Stahl-Lagerbestände so hoch wie noch nie

Die chinesische Stahlindustrie leidet immer stärker unter der Corona-Krise. Sie ist eine wichtige Zulieferbranche der Automobilindustrie sowie der in China bedeutsamen Bauwirtschaft und damit nah am Puls der chinesischen Konjunktur, schreibt das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in einem aktuellen Beitrag zur Corona-Krise. Im Februar ist die chinesische Stahlproduktion deutlich zurückgegangen: In der zweiten Februarhälfte wurden im Durchschnitt nur 1,8 Millionen Tonnen je Tag produziert. Das sind laut RWI etwa neun Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2019.

Gleichzeitig konnte die reduzierte Produktion nicht vollständig abgesetzt werden. Die Stahllager waren daher Ende Februar so gut gefüllt wie noch nie. RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn sagte dazu: „Beide Entwicklungen zusammengenommen vermitteln einen Eindruck, wie stark die Wirtschaftsaktivität in China durch die Corona-Epidemie zurückgefahren wurde. Auch für Deutschland müssen wir von einem Rückgang der Produktion ausgehen. Wie ausgeprägt er sein wird, lässt sich derzeit aber nur schwer prognostizieren.”

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