12. August 2019

Importabgaben richtig ermitteln

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden immer wieder Nachrichten über das Aufkündigen von Präferenzabkommen, das Erhöhen von Zöllen oder Einführen von Strafzöllen veröffentlicht. Auch mit dem Ausstieg Großbritanniens kommen Zölle auf die Briten aber auch auf die EU-Unternehmen zu. Was bedeutet das?

Zölle sind eine Maßnahme, Waren künstlich zu verteuern. Es ist eine staatliche Maßnahme, um zum einen Gelder einzunehmen, zum anderen unerwünschte Ware aus dem eigenen Markt fernzuhalten, indem sie verteuert werden.

Diese Zölle sind öffentlich zugänglich, jeder interessierte kann diese Zollsätze nachlesen, z.B. im Elektronischen Zolltarif, kurz EZT http://auskunft.ezt-online.de  oder international in der Market Access Data Base der Europäischen Kommission,  https://madb.europa.eu/madb/.

Wie berechnen sich die Zollwerte?

Zum einen muss beachtet werden, dass hier nicht allein der Warenwert zum Tragen kommt. Es soll beispielsweise eine Ware im Wert von 125.000,00 CAD aus Kanada importiert werden. Hier wurde ein Incoterm ® 2010 FOB Halifax vereinbart. Mit Kanada besteht seit Anfang 2019 ein Freihandelsabkommen, der Importeur kann also unter Umständen von diesem Abkommen profitieren. Wichtig dafür ist, dass der Lieferant die entsprechende Ursprungserklärung auf einem Handelspapier, in der Regel die Handelsrechnung, vermerkt.

Zur Berechnung der Importabgaben werden die Fracht- und Versicherungskosten herangezogen, die angefallen sind, um die Waren in die EU zu bringen. Hier wird dann vom Ort des Verbringens gesprochen. Dieser ist bei allen Transportarten der Ort, an dem die Waren Außengrenzen der EU überqueren. Bei der Seefracht ist dies dann der Seehafen. Importabgaben sind in Deutschland in Euro zu zahlen, dafür gibt es vom Zoll monatliche Umrechnungskurse. https://www.zoll.de/SiteGlobals/Forms/KursSuche/KurseSuche_Formular_NotierteWaehrung.html

Die Berechnung sieht dann wie folgt aus.

Warenwert 125.000,00 CAD 1,4627 Umrechnungskurs
Warenwert in Euro 85.458,40 EUR
Vorlauf zum Hafen Halifax 0,00 Euro In FOB enthalten
Verladen aufs Schiff 0,00 Euro In FOB enthalten
Seefracht 1500,00 Euro Fiktiv angenommen
Versicherung Seefracht 250,00 Euro Fiktiv angenommen
Zollwert am Ort des Verbringens, Hafen EU 87208,40 Euro
Zollsatz lt. EZT 4360,42 Euro Fiktiv angenommen 5%
Nachlauf in der EU 500,00 Euro Fiktiv angenommen
Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer 92068,82 Euro

 

Einfuhrumsatzsteuer 17493,08 Euro 19%

 

Die Gesamtabgaben betragen dann 4360,42 Zoll sowie 17493,08 Einfuhrumsatzsteuer. Der Zollbetrag von 4360,42 Euro kann nun entfallen, da es ein Präferenzabkommen mit Kanada gibt. Würden die Zollsätze erhöht oder gar Strafzölle anfallen, muss ein Unternehmen diesen Betrag an die entsprechende Staatskasse zahlen. Der Import wird teurer, eventuell sogar uninteressant.

Zwar kommen viele Waren per Seefracht, doch was ist bei Luftfracht? Auch hier wird der „Ort“ ermittelt, an dem die Ware die EU-Grenze überfliegt.

Dies geschieht anhand der Luftfrachttabelle UZK-IA, Durchführungsverordnung (EU) 2015/2447, Anhang 23-01.

Mittels dieser Tabelle wird die Welt in Zonen aufgeteilt. Beim Abflug der Waren vom Flughafen Halifax würden 70 Prozent der Luftfrachtkosten in den Zollwert eingerechnet werden. Der verbleibende Anteil von 30 Prozent würden bei der Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer Berücksichtigung finden. Dieser Teil Flugstrecke befindet sich über dem Luftraum der EU.

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