Handelspolitik 2018: China reduziert, USA prüfen Anhebung von Importzöllen

Uta Fuchs, Ratzeburg
Im Mai erreichten die Automobilindustrie unterschiedliche Signale aus Ost und West: China senkt ab Juli 2018 die Einfuhrzölle auf Fahrzeuge von 25 auf 15 Prozent. Fast zeitgleich hat US-Präsident Trump sein Handelsministerium mit einer Untersuchung zur Anhebung von Importzölle auf Autos beauftragt.

Fast 29 Mio. Autos wurden im letzten Jahr in China verkauft, etwa jedes fünfte davon war ein deutsches Fabrikat. Im ersten Quartal 2018 kam über die Hälfte der neu zugelassenen Fahrzeuge aus dem Ausland. Jetzt will Peking den ausländischen Herstellern den Marktzugang weiter erleichtern. Ende Mai kündigt China an, dass ab Juli 2018 die Einfuhrzölle auf Fahrzeuge von bisher 25 Prozent auf 15 Prozent sinken. Auch für Zuliefererteile ist eine Zollreduktion geplant. Das wird von der deutschen Automobilindustrie positiv bewertet. „Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für offene Märkte und ein Zeichen für eine Stärkung des internationalen Handels, erklärte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 258.400 Pkw aus Deutschland nach China exportiert. Hinter dem Vereinigten Königreich, den USA, Italien und Frankreich liegt China damit auf Rang 5 in der deutschen Exportstatistik. Die aus Deutschland nach China exportierten Pkw zählen zu 92 Prozent zum Premiumsegment. Damit ist China nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Abnehmer von Premiumfahrzeugen aus deutscher Fertigung.

Der chinesische Pkw-Markt ist mit einem Verkaufsvolumen von 24,2 Mio. Fahrzeugen im Jahr 2017 der weltweit größte Markt. Für die deutschen Hersteller und Zulieferer ist China vor allem auch ein wichtiger Produktionsstandort. Im Jahr 2017 haben die deutschen Hersteller 4,89 Mio. Pkw in China produziert, was einem Anteil von 30 Prozent der Weltproduktion der deutschen Konzernmarken entspricht.

Sorgenvoller Blick in die USA

US-Präsident Trump hatte schon mehrfach mögliche höhere Importzölle auf Autos angesprochen. Im Mai hat er die US-Administration auch offiziell mit dieser Frage beauftragt wird. Bernhard Mattes kommentiert: „Die jetzt eingeleitete Untersuchung des US-Handelsministeriums, die mehrere Monate dauern kann, kommt daher nicht überraschend.“

Die deutsche Automobilindustrie beobachte die aktuelle Entwicklung dennoch aufmerksam und mit Sorge. Der VDA spricht sich gegen eine Erhöhung der Zollschranken aus. Die deutsche Automobilindustrie macht sich seit langem für den gegenseitigen Abbau von Zöllen und für Freihandelsabkommen stark.

Die deutschen Automobilhersteller exportierten im vergangenen Jahr 494.000 Autos nach Amerika. Gegenüber dem Jahr 2013 ist das ein Rückgang um ein Viertel.

Gleichzeitig wurde die Produktion an US-Standorten seit 2013 um 180.000 Einheiten auf 804.000 Fahrzeuge erhöht. Dies entspricht einem Anteil von 7,4 Prozent an der gesamten US-Fertigung (10,9 Mio. Light Vehicles).

Mattes weist darauf hin, dass die deutschen Hersteller einen erheblichen Beitrag auch für die automobile Handelsbilanz der USA leisten: „Gut jedes zweite Auto, das unsere Hersteller in den USA produzieren, geht als Export nach Europa, Asien und den Rest der Welt. Das sind rund 430.000 Fahrzeuge.“

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2018-09-19T17:12:24+00:00