14. August 2019

Die Golfstaaten hängen am Öl und an der Fed

PARIS (NfA)–Trotz der Verbesserung der Wirtschaftsleistung im gesamten Golf-Kooperationsrat (GCC) sind die geldpolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen im Vergleich zu vor 2015 weiterhin angespannt, wie eine Analyse des Kreditversicherers Coface zeigt. Der Zugang zu Finanzmitteln bleibt eines der Schlüsselthemen für Unternehmen der Golfregion, insbesondere für kleine und mittlere. Das Kreditwachstum in der Region hat sich zwar dank der höheren Ölpreise etwas erholt, es bleibt aber unter dem historischen Durchschnitt.

Diverse Faktoren haben dazu geführt, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen in den Ländern des GCC insgesamt verschlechtert haben. Dazu zählen höhere Energiepreise, die zum Resultat haben, dass die Regierungen ihre Notfallliquidität, die sie im Falle niedriger Ölpreise zur Verfügung gestellt hatten, wieder abgezogen haben.

Wie so oft, betrifft das Hauptfragezeichen der Banken den Ölpreis. Das Basisszenario von Coface ist 65 US-Dollar pro Barrel Brent im Jahresdurchschnitt 2019. Angesichts steigender Ölpreise und eines verbesserten regionalen Wachstums in der Golfregion wird erwartet, dass die Kreditvergabe an den privaten Sektor in der gesamten Region in diesem Jahr nur um 5% steigen wird und damit deutlich unter dem Durchschnitt von 9% für die Jahre 2013 bis 2015 liegen dürfte. Banken haben die Kreditbedingungen in der Region Mittlerer Osten und Nordafrika im ersten Quartal weiter verschärft.

Die Fed-Politik und die Ölpreise spielen eine wichtige Rolle bei den Liquiditätsbedingungen des Bankensektors. Die GCC-Länder (außer Kuwait) folgen einem festen Wechselkursregime und binden ihre Währungen an den US-Dollar, müssen daher also alle geldpolitischen Schritte der US-Notenbank kopieren. So mussten also auch die Zinserhöhungen der letzten Jahre mitgetragen werden, was die Finanzierungsbedingen verschlechtert hat.

Obwohl die GCC-Länder bei der Diversifizierung ihrer Volkswirtschaften deutlich vorangekommen sind, macht Öl immer noch den größten Teil ihrer Steuereinnahmen aus. 2018 betrugen die Einnahmen daraus in Saudi-Arabien rund 70%, in Oman und Bahrain 80, in Kuwait und Katar 60 und in den Vereinigten Arabischen Emiraten 55% der Gesamteinnahmen. Derzeit bieten die höheren Ölpreise den Banken eine Sicherheit, aber die mit der Entwicklung des Ölpreises verbundene Volatilität bleibt ein Risiko, insbesondere angesichts der Entscheidungen von GCC-Regierungen, einige fiskalische Sparmaßnahmen zu lockern.

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