31. Oktober 2019

Die neuen Incoterms

Die neuen Incoterms 2020 wurden im September veröffentlicht, seit Oktober laufen die Akkreditierungen der Dozenten und damit die Schulungen in den Unternehmen.

Die Reform hat einige Änderungen mit sich gebracht. Erwartete Neuerungen und ausgebliebene. Das erwartete Streichen von EXW ist nicht realisiert worden und auch DDP wurde nicht angefasst. Beiden wurde nur analog zu den allgemeinen Änderungen ein neuer Look verpasst, das heißt, dass zum Beispiel die Reihenfolge der 10 Regeln innerhalb der Klauseln und die Kostenerläuterung bei diesen beiden natürlich ebenfalls vorgenommen wurde.

Die neuen Incoterms haben sich zur Aufgabe gemacht, die richtige Nutzung der internationalen Handelsbedingungen darzustellen und zu erklären. Bereits in den Incoterms 2010 wurde auf einen Guidance Box Wert gelegt. Dieser wurde in der aktuellen Fassung nochmals überarbeitet und mit weiteren Erklärungen versehen, um dem Nutzer ein Höchstmaß an Sicherheit beim Umgang zu ermöglichen.

Bereits in der Einleitung wird auf die möglichen Leistungen der Incoterms eingegangen, was können die Incoterms leisten und was nicht. Die Klauseln werden oft als die Lieferbedingung schlechthin angesehen, doch das sind sie nicht. Sie regeln lediglich den Kosten- und Risikoübergang beim Warentransport. Sie regeln keine Lieferzeiten, keine Warenqualität oder Preise. Diese Bedingungen sind in den begleitenden Vertragsbedingungen zu regeln. Weiterhin sind Kosten- und Risikoübergang so wichtige Bestandteile eines Vertrags, dass sie nicht in den AGBs, den allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt werden können. Ferner könnten sie sich somit aufheben, wenn Verkäufer und Käufer gegensätzliche Bedingungen notieren.

Wichtige Neuerungen in den  Incoterms 2020 sind:

  • Verbesserte Darstellung der Klauseln, um den richtigen Incoterm im eigenen Vertrag zu verwenden
  • Genauere Abgrenzung und Verknüpfung des Kaufvertrags mit anhängenden Verträgen z.B. Versicherung und Transport.
  • Anwendungshinweise
  • Die Besonderheit bei FCA im Seeverkehr unter Verwendung eines Akkreditivs
  • Veränderungen bei den Versicherungsdeckungen bei CIF und CIP
  • Das Verwenden des eigenen Fuhrparks bei FCA, DAP, DPU und DDP
  • Umbenennung von DAT in DPU
  • Änderung der Reihenfolge der Incoterms analog zum chronologischen Ablauf eines Kaufgeschäfts.
  • Aufnahme der Kostenverteilung innerhalb der Incoterms
  • Berücksichtigung von sicherheitsbezogenen Anforderungen mit Transportmitteln und deren Kosten.
  • Weitere Erläuterungen für den Nutzer

Diese Änderungen sollen nun einen weiteren Baustein bei dem sicheren internationalen Warentransport darstellen. Zu beachten ist aber dennoch, die weltweite Bedeutung und Kenntnisnahme der Regeln. Es ist durchaus denkbar, dass die internationalen Handelspartner die Bedeutung der Incoterms oder deren Änderungen gar nicht kennen. Daher sollte grad jetzt im Übergang der Regeln von 2010 zu 2020 auf die korrekte Anwendung geachtet werden. Selbstverständlich können bereits jetzt die Incoterms 2020 vereinbart werden. Dieses sollte dann ausdrücklich vermerkt werden. Ist keine Jahreszahl vermerkt, würde bei einem Streitfall die aktuell gültige Fassung angewendet. Soll jedoch eine andere Version der Incoterms gelten, so ist die Nennung der entsprechenden Auslegung durch die Jahreszahl erforderlich.

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