Coronavirus verschärft Lage bei Dillinger/Saarstahl

Die saarländischen Stahlunternehmen Dillinger und Saarstahl haben im vergangenen Jahr dreistellige Millionenverluste gemacht. Beide Unternehmen blicken auf ein außerordentlich schwieriges Geschäftsjahr zurück: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von Saarstahl beträgt Minus 127,6 Millionen Euro. Dillinger hat 116,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Der Umsatz ist ebenfalls bei beiden Unternehmen niedriger als im Vorjahr: Saarstahl hat 2,2 Milliarden Euro Umsatzerlös erzielt, Dillinger über 2 Milliarden Euro. „Uns haben die strukturellen und konjunkturellen Probleme auf dem Stahlmarkt empfindlich hart getroffen”, kommentierte der Vorsitzende des Vorstands und Finanzvorstand von Saarstahl und Dillinger, Tim Hartmann, das Geschäftsjahr 2019. Zwar wolle der Konzern an seinen Zielen festhalten, die aktuelle Coronavirus-Krise werde den Prozess aber in Teilen verzögern.

Derzeit haben Dillinger und Saarstahl wegen der Coronavirus-Krise ihre Produktion gedrosselt. Einige der Produktionsbereiche und Aggregate – wie Hochofen und Kokerei – müssten aber aus technischen Gründen im Warmzustand und funktionsfähig gehalten werden, hieß es: “Sie werden derzeit bereits an der technisch möglichen Grenze betrieben. Daher ist es umso wichtiger, geordnete Betriebsabläufe zu gewährleisten.”

Ohnehin fährt Saarstahl wegen Nachfragerückgängen in der Automobilindustrie und im Maschinenbau seit September Kurzarbeit, bei Dillinger war dies in den ersten beiden Monaten 2020 der Fall. Auch in den kommenden Monaten müsse aufgrund des Coronavirus vor allem Saarstahl zu Kurzarbeit greifen.

“Ich gehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus, dass auch 2020 mit Verlusten abgeschlossen wird”, sagte Hartmann: “Wir hoffen, dass es im zweiten Halbjahr 2020 wieder zu einer Normalisierung kommt.” Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise sei jede Prognose “mit großen Unsicherheiten behaftet”. Niemand wisse derzeit, wann die Automobilproduktion wieder anlaufe. Das Milliarden-Hilfspaket der Bundesregierung werde mit Sicherheit von einigen Kunden in Anspruch genommen und daher auch Saarstahl und Dillinger nutzen. “Ob wir es selbst in Anspruch nehmen werden, ist noch offen.”

MBI/gil/24.3.2020

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