07. Oktober 2019

Das Carnet A.T.A.

Messen und Ausstellungen sind ein wichtiges Instrument, eigene Waren einem neuen Publikum sowie bekannten und neuen Kunden vorzustellen.  Die Messen sind nicht immer nur in Europa, sondern überall auf der Welt verteilt. Dennoch möchte ein Unternehmen daran teilnehmen und Waren ausstellen. Das bedeutet, die Waren müssen irgendwie zollrechtlich behandelt, verpackt und dann versandt werden. Doch wie? Schließlich sollen die Produkte gar nicht verkauft werden, sondern nach der Messe wieder zurück an den heimatlichen Standort.

Die gute Möglichkeit bietet das CARNET A.T.A. Dies fungiert als Reisepassierschein für Waren. Die Waren werden temporär ausgeführt und kommen nach zwei, vier, sechs Wochen zurück. Zu der temporären Nutzung zählen auch Waren für Forschungszwecke, Sport- und Berufsausrüstung oder Warenmuster, die zum Zwecke eines Einsatzes mitgeführt werden. Ein Carnet hat eine maximale Gültigkeit von einem Jahr.  Somit bietet es dem Unternehmen ausreichend Zeit, für die Teilnahme an einer oder auch mehreren Messen. Eine Fristverlängerung ist nicht vorgesehen. Sollte ein Carnet nicht innerhalb eines Jahres bzw. der Ausstellungsfrist zurückgegeben werden, entstehen dem Unternehmen Kosten und unter Umständen Strafgebühren. Dies sollte daher unbedingt vermieden werden.

Sollen genehmigungspflichtige Waren mit einem Carnet ausgeführt werden, ist dies durchaus möglich. Es bedarf dann einer Ausfuhrgenehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, welche dem Carnet beigefügt werden muss.

Die Liste der Länder, die ein Carnet akzeptieren wurde mit der Zeit immer länger. Derzeit sind knapp 80 Länder darauf gelistet, zum Teil mit nationalen Besonderheiten. Dazu zählt z.B. die zu verwendende Sprache oder eine geforderte Übersetzung in der Landessprache.

Und wie funktioniert es?

Das Carnet ATA ist ein Dokumentensatz (franz.: Carnet => Heft), den es im Fachhandel oder bei der zuständigen IHK zu kaufen gibt. Er besteht aus einem Deckblatt, einem Antrag inklusive Kautionsversicherung, Einlegeblätter und Stammabschnitten. Die Kautionsversicherung ist als Absicherung für die nicht zu zahlenden Importabgaben im Bestimmungsland gedacht. Da sich die Waren nur vorübergehend in einem anderen Land befinden, müssen keine Importabgaben (Zoll und Einfuhrsteuern) gezahlt werden. Für den Fall jedoch, dass Waren verloren gehen, müssen diese Abgaben mit einer Kaution sichergestellt werden. Die Bürgschaft für deutsche Carnets hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag übernommen. Daher wird die Bearbeitung und Ausgabe der Carnets A.T.A. auch über die regionalen IHKs vorgenommen.

Ein Carnet ist mit Kosten verbunden. Hierbei fallen Bearbeitungsgebühren je nach Warenwert, die Kautionsversicherung sowie das Formular selber an.

Soll ein Carnet mehrfach genutzt werden, da mehrere Messen auf dem Plan stehen, ist es ratsam die IHK anzusprechen, damit genügend Einlegeblätter und Stammabschnitte eingefügt werden können.

Der Dokumentensatz wird dann im Unternehmen ausgefüllt. Es wird notiert, wohin die Reise gehen soll, wie oft ein Carnet genutzt werden soll und welche Waren betroffen sind. Hier können nur Gebrauchswaren notiert werden, die nach einem Messebesuch auch wieder zurückkommen. Das bedeutet Verbrauchsstoffe, z.B. Schmieröle bei Maschinen oder Präsente, Flyer etc., haben auf einem Carnet nichts verloren. Diese müssen ganz normal mit einem Zollverfahren angemeldet werden. Das ausgefüllte Carnet wird bei der zuständigen IHK geprüft, unterschrieben und versiegelt. Dieses Siegel darf nur von der IHK wieder gelöst werden. Ist das Carnet geschlossen und bezahlt, kann das Unternehmen nun mit der Ausreise beginnen. Dazu werden die Waren dem zuständigen Ausfuhrzollamt vorgeführt. Hier wird dann geprüft, ob Waren und Einträge übereinstimmen. Die Waren werden zollamtlich versiegelt. Diese zollamtliche Behandlung erleichtert die Grenzübergänge, da die prüfenden Zollstellen bei einem intakten Siegel in der Regel keine weiteren Kontrollen durchführen.

Wichtig: An jeder Grenzzollstelle müssen Carnet und Waren beim Aus- und Eingang in einem Land vorgestellt und abgestempelt werden. Es muss eine lückenlose Kette ergeben.

Oftmals werden Messestände gesondert behandelt in dem Sinne, dass sie als ein Ganzes betrachtet werden. Da stimmt die Verkabelung, die Schränke, Tische, die EDV passen ineinander, es ist alles aufeinander abgestimmt, um Ab- und Aufbau zu beschleunigen. Ein Verkauf von Waren aus dem Messestand heraus ist nicht gewünscht. Und doch kann es natürlich vorkommen, dass ein Kunde ein nicht auszuschlagendes Angebot macht.

Sollten Waren, die mit einem Carnet reisen, auf der Messe verkauft werden, so müssen diese beim Europäischen bzw. deutschen Zoll nachträglich zur Ausfuhr angemeldet werden. Dafür gibt es bei der Ausfuhranmeldung eine separate Verfahrensart. Auf den internationalen Messen sind in der Regel Zollämter installiert, denen dann der Import gemeldet werden muss. Der Käufer muss die Waren, sofern sie im Ausstellungsland verbleiben sollen, dort verzollen, andernfalls eine Ausfuhr in das Bestimmungsland veranlassen.

Weitere Branchennews

Kundenservice

Bei allen Fragen rund um unser Produktangebot sowie zur Bestellung erreichen Sie uns persönlich und kompetent unter:

Telefon: 0821 24280-0

E-Mail: kontakt@promv.de

Versand & Zahlung

Wir liefern innerhalb Deutschlands stets versandkostenfrei und ohne Mindestbestellwert.

Als Zahlungsarten akzeptieren wir Rechnung und Paypal.

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Passende Schulungen zum Thema

Referenzen