06. November 2019

Wie die Blockchain die Transportkosten senken kann

An jedem verschifften Frachtgut sind etwa 30 Personen beteiligt und es fallen mehr als 200 Interaktionen an. Etwa 50% der Transportkosten entstehen durch Kommunikation und Bürokratie. Die Mehrheit erfordert unverändert zahlreiche beleghafte Dokumente, wie Charterverträge, Konnossements, Hafenpapiere oder Akkreditive. Blockchain-Applikationen versprechen, derartige Ineffizienzen deutlich zu verringern.

(Andre Hofmann, IPEX-Bank) Trotz den enormen technologischen Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte ist die Schifffahrt weiterhin durch komplexe Prozesse gekennzeichnet, in die eine Vielzahl von Beteiligten im Zusammenhang mit der Buchung und Dokumentation, dem Track & Trace sowie der Verzollung eingebunden ist. Können die Blockchain und die auf ihr basierenden „Smart Contracts“ helfen, Prozesse schneller, sicherer und effizienter zu gestalten?

Eine Blockchain ist eine gesicherte, dezentral verteilte Datenbank, die eine stetig wachsende Liste von Einträgen verwaltet, die einen Zeitstempel und einen Link zum vorherigen Block erhalten. Infolge der dezentralen Fixierung der Informationen kann die Leistungserbringung transparent nachvollzogen, und sowohl Güterströme als auch Zahlungen abgebildet werden. Zudem wird die Historie der Informationskette zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und die Manipulation von Daten erschwert. Vergleichbar mit einem Grundbuch wird es ermöglicht, verlässliche Transaktionen und rechtssichere Verträge abzuschließen.

Die unmittelbar damit verbundenen „Smart Contracts“ sind automatisierte Verträge, die bei bestimmten Ereignissen ohne menschliche Überwachung in Kraft treten. Eine Software entwirft und überprüft Vertragsbedingungen zwischen zwei Partnern und unterstützt die Verhandlung beziehungsweise die Abwicklung des Vertrages. „Smart Contracts“ entstehen in der Regel, indem komplexe „Wenn-Dann-Logiken“ auf einer Blockchain mittels Codes unwiderruflich festgeschrieben werden. Hierdurch werden Regeln festgelegt, nach denen Prozesse angestoßen und Transaktionen ausgelöst werden. Beispielweise werden Charter- und Frachtverträge von der Software als standardisierte Module integriert, sodass diese von den Transaktionsparteien nicht verändert werden können. Auf einem digitalen Markt werden Kontrakte von Reedereien oder Tonnageprovidern veröffentlicht und Spediteure können die Fracht- oder Charterrate innerhalb der Netzwerk-Blockchain verhandeln. Beide Parteien sind in der Lage, die Entwicklung des Vertragsentwurfs und den Output simultan zu kontrollieren, ohne weitere Zeit durch die Einbindung eines Intermediärs aufzubringen. Durch den Wegfall der Broker und die Tatsache, dass allen Vertragsparteien die relevanten Informationen zugänglich sind, sinken die Markteintrittsbarrieren während die Wettbewerbsintensität steigt.

Sinkende Manipulationsgefahr und geringere Fehlerquoten

Da die Blockchain aus einem Netzwerk zahlreicher Rechner besteht, gibt es keinen zentralen Angriffspunkt auf die verschlüsselten Daten. Da die abgespeicherten Informationen irreversibel sind und nicht verändert werden können, wird die Gefahr von Betrug und Manipulationen deutlich gesenkt. Der zunehmende Automatisierungsgrad bei der Vertragserstellung verringert darüber hinaus die Fehleranfälligkeit drastisch.

Der Großteil der Trade-Finance-Kosten entfällt auf Dokumentationsaufwendungen, prozessuale Verzögerungen und Diskrepanzen. Diese können deutlich reduziert oder gar vermieden werden. Positiv wirkt sich zudem die Substitution von Kosten von Intermediären aus. In der maritimen Industrie wurden zahlreiche Projekte angestoßen, um die Technologie in bestehende Geschäftsfelder und den regulatorischen Rahmen zu integrieren.

Es wird überdeutlich, dass dank der cloud-basierten Technologie Daten irreversibel gespeichert und bereitgestellt werden, sodass die Sicherheit und Effizienz innerhalb der Supply-Chain für alle Akteure gesteigert werden kann. Die Abschöpfung der Effizienzpotenziale wird vor allem davon abhängen, dass möglichst viele Parteien entlang der Lieferkette bereit sind, Daten zu teilen und automatisiert auszutauschen. Insbesondere in stark standardisierten Transportmärkten, wie dem Containertransport, haben einige Player derzeit kein Interesse an einer vollständigen Transparenz.

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