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Außenhandel Automobilmarkt entwickelt sich regional mit unterschiedlichen Vorzeichen

Uta Fuchs, Ratzeburg
Der Automärkte haben sich in den letzten Monaten regional recht unterschiedlich entwickelt. Zu dieser Einschätzung kommt der Kreditversicherer Coface in einer aktuellen Risikobetrachtung. Die Marktbeobachtung zeigt folgende Tendenzen:

  • langsameres Wachstum im staatlich subventionierten chinesischen Markt
  • langsameres Wachstum im US-Markt
  • eine dynamische Entwicklung in europäischen Märkten

 
China: Regierung und Verbraucher wollen Elektro- und Hybridfahrzeuge

Der Wettbewerb zwischen den Automobilherstellern nimmt zu, dabei haben in China sowohl die einheimischen als auch die deutschen Konzerne dank ihrer Präsenz vor Ort profitiert. Doch es wachsen die Zweifel an der weiteren Entwicklung. Coface geht von einer Verlangsamung oder sogar einem Umsatzrückgang auf. Allerdings dürften Elektro- und Hybridfahrzeuge noch eine Weile von der Begeisterung der chinesischen Verbraucher profitieren. Die Regierung fördert diese Fahrzeuge, um die Umweltverschmutzung in China zu begrenzen. Dafür hat sie quantitative Ziele ausgegeben: 2019 sollen zwischen 4% und 5% der Produktion aus Elektro- oder Hybridfahrzeugen bestehen – und zwar bei jedem Hersteller.

USA: Positive Signale nur bei Lkw

In den USA geht die Zahl der verkauften Fahrzeuge weiter zurück, lediglich im Bereich der Lkw gibt es positive Signale. Ein Hindernis für die Verkäufe war die Anhebung der Zinssätze im Juni 2017. Sie steigerte die Kreditkosten von 4,9 Prozent im Dezember 2016 auf 5,6 Prozent Ende Juni 2017.  In den USA werden etwa 90 Prozent der Neufahrzeuge über Kredite finanzieren. Inzwischen betragen die Laufzeiten der Kredite bis zu sieben Jahre. Für diese lange Frist stehen die Kreditnehmer dem Markt nicht mehr zur Verfügung, zudem sinkt der Restwert der Fahrzeuge. Weitere Einkaufsbremse ist die Erwerbsbeteiligung. Sie lag Ende Oktober 2017  trotz einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote um 4 Prozentpunkte unter der von Januar 2007. Die Durchschnittslöhne stiegen jedoch zwischen 2016 und 2017 um 3,1%.

Europa: Solide Entwicklung

In Westeuropa verzeichnen alle führenden Märkte ein jährliches Wachstum. Eine Ausnahme macht Großbritannien. Hier bremst die Unsicherheit wegen des Brexit die Kauflust.

Südeuropa leidet zwar immer noch unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Allerdings bleibt die Zahl der Fahrzeugzulassungen dort dynamisch. Dafür sorgen Mietwagenbetreiber und Unternehmen. Sie erneuern ihre Flotte, um die Wartungskosten für die Fahrzeuge niedrig zu halten. Weiterhin niedrige Zinssätze fördern Fahrzeugkredite sowie neuere Finanzierungsmodelle wie Leasingkauf (LP). Die Nachfrage dürfte jedoch nicht so stark bleiben wie bisher, auch wenn das Vertrauen in europäische Haushalte weiterhin positiv sein dürfte.


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