Ausblick "extrem unsicher" - VCI senkt Prognosen für Deutschland

Der Branchenverband VCI hat seine Prognosen für die chemische Industrie Deutschlands im laufenden Jahr aufgrund der Coronavirus-Epidemie gesenkt. Nach Mitteilung des VCI erwartet er für 2020 nun eine preisbereinigte Stagnation der Chemieproduktion, nachdem er im Dezember noch einen Anstieg von 0,5 Prozent prognostiziert hatte. 2019 war die Produktion um 7,6 Prozent gesunken. Für die Chemie ohne Pharmaindustrie wird sogar ein Produktionsrückgang um 1,5 (bisher: minus 0,5) Prozent erwartet. Die Prognosen beziehen sich auf die Aktivitäten der Unternehmen in Deutschland.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup begründete die Senkung mit der Covid-19-Epidemie, die ein “gravierendes Risiko für die Weltwirtschaft” darstelle. “Es gibt für uns noch keinen Grund, die Prognose deutlicher abzusenken, aber sie ist extrem unsicher” und könne jederzeit von der Realität eingeholt werden, sagte er bei der Vorstellung des Berichts in Frankfurt. Große Entrup begrüßte die Initiative der Bundesregierung in Sachen Kurzarbeitergeld. “Wir wissen, dass es in einigen Bereichen Schwierigkeiten geben kann, weil Lieferketten reißen könnten”, sagte er.

Für den Umsatz erwartet der VCI jetzt eine Stagnation, nachdem er bisher einen Zuwachs von 0,5 Prozent prognostiziert hatte. Der Umsatz ohne Pharmaindustrie dürfte nach seiner Erwartung um 2,0 Prozent sinken. Dabei bestätigte der Verband seine Prognose, dass die Erzeugerpreise 2020 stagnieren werden. Ohne Pharmaindustrie wird ein Rückgang von 0,5 Prozent erwartet.

Der VCI arbeitet nach Große Entrups Worten mit der Bundesregierung an “pragmatischen Lösungen”, damit die chemische Industrie einen Beitrag zur Lösung der Coronakrise leisten könne. Dabei gehe es etwa um eine höhere inländische Produktion von Desinfektionsmitteln, nachdem einige Länder Ausfuhrbeschränkungen erlassen hätten.

 

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