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Aus der PraxisZollfallen vermeiden

Zollfallen vermeiden

Vermeiden Sie diese vier Fallen im Zollmanagement

Von ungenauen Artikelbezeichnungen bis zu fehlerhaften Adressen: Oft sind es Kleinigkeiten, die im internationalen Warenverkehr hohe Kosten und Zeitverlust verursachen.

(Ingo Geisler, Düsseldorf) Wer Zollsoftware entwickelt, kennt die Vorschriften, Formalitäten und auch die Praxis ganz genau. Für Anbieter von Zollmanagement-Systemen wie BluJay Solutions gehört es zum Kerngeschäft, Kunden bei der Zollabwicklung zu unterstützen und so Verzögerungen und Strafen zu vermeiden. In ihrer praktischen Arbeit begegnen die Zollexperten immer wieder den folgenden vier Problemen. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie diese mit wenig Aufwand vermeiden. Zollanmeldung braucht Zeit – manchmal auch für telefonische Rückfragen.

Zollfalle 1: Falsche Tarifierung

Wer Waren international transportieren will, muss Material, Beschaffenheit und Verwendungszweck exakt beschreiben. Nur so kann der Zoll die Art der Lieferung und ihre korrekte Eingruppierung bestimmen: Das ist eine zwingende Voraussetzung fü r die Tarifierung von zollpflichtigen Gütersendungen im Import- und Exportgeschäft. Ist die Zuordnung nicht eindeutig, drohen Nachzahlungen oder überhöhte Zollaufwendungen.

Die Konsequenz: Nachzahlungen und überhöhte Zölle
Zahlen besitzen im Zollmanagement große Macht: vor allem wenn es Datensätze sind, die eine Rolle beim grenzüberschreitenden Transport spielen. Falsche Warentarifnummern führen zu überhöhten oder zu niedrigen Zollzahlungen – unter Umständen können Unternehmen durch einen Nacherhebungsbescheid zur rückwirkenden Zahlung verpflichtet werden.

Zollfalle 2: Fehlende Angaben

Folgende Mängel an den Unterlagen kommen im internationalen Warenverkehr immer wieder vor:
a) In der Rechnung fehlen Angaben zu den Lieferbedingungen.
b) In der Zollanmeldung fehlen Angaben zur Stückzahl oder sie sind falsch.
c) Der Gesamtpreis ist nicht transparent, Angaben zur ursprünglichen Rechnungswährung sind unklar.
d) Ein Zollwert für kostenlos gelieferte Waren fehlt.

Zollfalle 3: Fehlerhafte Ursprungszeugnisse

Bei Zweifeln am Warenursprung kommt es mitunter vor, dass Behörden die betreff enden Ursprungszeugnisse nach der Einfuhr für ungültig erklären. Eine mögliche Folge: die Nacherhebung von Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer.

Zollfalle 4: Mittäterschaft

Grundsätzlich gilt jeder als Zollschuldner, der an der Einfuhr einer Ware beteiligt ist – und zwar bis die Eingangsabgaben gezahlt sind oder die Ware die EU wieder verlassen hat.

Achtung:
Auch eine indirekte Beteiligung an einer Steuerhinterziehung oder -gefährdung hat das Potenzial, straf- und bußgeldrechtlich relevant zu werden. Gerade angesichts umfassender Lieferketten wird man schneller zum Tatbeteiligten, als man denkt.

Treffen Sie also im Unternehmen alle Vorkehrungen, um sich nicht der sogenannten „Steuerhinterziehung als Mittäter“ schuldig zu machen. Wichtig dabei ist eine gründliche Fehlerprüfung, möglichst durch automatisierte Plausibilitätsprüfungen.


So vermeiden Sie die „klassischen“ Fehler

  • Nutzen Sie eine Datenbank, in der Sie alle gängigen Artikel mit Stammdaten und den passenden Zolltarifnummern anlegen. Das spart Zeit bei jedem Im- und Exportvorgang.
  • Planen Sie Zeit für die regelmäßige Pflege der Stammdaten ein.
  • Nutzen Sie Zollsoftware, die Eingaben prüft und bei Fehlern rechtzeitig Alarm schlägt.
  • Prüfen Sie Angaben zum Warenursprung besonders gründlich.
  • Schaffen Sie Arbeitsbedingungen, in denen sorgfältiges Arbeiten möglich ist.


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