10. Juli 2019

Afrika bringt weltgrößte Freihandelszone auf den Weg

NIAMEY (NfA)–Grünes Licht für das kontinentale Freihandelsabkommen AfCFTA beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Niger: Kommissionspräsident Moussa Faki Mahamat sprach von einem “historischen” Moment. Als letzte Länder traten Nigeria und Benin offiziell bei. Damit umfasst AfCFTA 54 der insgesamt 55 AU-Mitgliedstaaten – nur Eritrea wollte bislang nicht unterzeichnen. Es handelt sich bei vollständiger Umsetzung um die weltgrößte Freihandelszone mit einem Markt von 1,2 Mrd Menschen.

BGA-Präsident Holger Bingmann hält die Einigung nur für den ersten Schritt. “Afrika braucht dringend mehr regionale Integration als Wachstumstreiber”, stellte er klar. Nur weit unter einem Fünftel des Außenhandels gehe bislang in die Nachbarländer – zumeist, weil es aufgrund gegenseitiger Zollhürden und anderer Handelsbarrieren günstiger sei, auf einen anderen Kontinent zu exportieren.

Getan ist die Arbeit aber noch lange nicht. Um ihr Ziel der Förderung des intraregionalen Handels zu erreichen, müssen die AfCFTA-Staaten sich nun auf Ursprungsregeln (RoO) einigen, die Importe von Mitgliedern fördern und gleichzeitig die Bestellungen von außerhalb des Blocks zurückfahren, heißt es auf dem kenianischen Nachrichtenportal “Business Daily”. Demnach erarbeitet ein Expertenkomitee derzeit eine Vorlage zu den RoO, die von allen Unterzeichnern anzuwenden sind. Als Test sollen die schon existenten Handelsbeziehungen zu französisch- und englischsprachigen europäischen Ländern dienen. “Wir erwarten harte Verhandlungen”, sagte Chris Onyango, Berater der UN-Konferenz Handel und Entwicklung . “Aber es gibt einen Fixpunkt, weil alle regionalen Wirtschaftsblöcke auf dem Kontinent bereits Ursprungsregeln aufgestellt haben, die nun allerdings harmonisiert werden müssen.”

Mit dem Beschluss von Niamey wurde das AU-Sekretariat aufgerufen, mit der Beseitigung von Handelshemmnissen zu beginnen. “Bei erfolgreicher Umsetzung könnte die AfCFTA bis 2030 zu Konsum- und Unternehmensausgaben von insgesamt 6,7 Bill US-Dollar führen, die wirtschaftliche Diversifizierung beschleunigen und die Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen und Jugendliche erleichtern”, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der AU-Kommission, Kwesi Quartey.

Zollsenkungen durch das AfCFTA dürften einen doppelten Effekt haben, so Kituyi: die Intensivierung der bestehenden Handelsbeziehungen innerhalb Afrikas und die Vorbereitung des Aufbaus von Handelsbeziehungen zwischen neuen Länderpaaren oder für neue Produkte. Zumindest kurzfristig seien Unternehmen, die bereits “Made-in-Africa” Produkte an die regionalen Märkte liefern, besser in der Lage, die Chancen des Freihandels zu nutzen, da es einfacher sei, die bestehenden Handelsbeziehungen auszubauen als neue Exportmöglichkeiten zu schaffen und zu testen. Längerfristig werde jedoch eine breitere Gruppe von Unternehmen in der Lage sein, die Chancen voll auszuschöpfen.

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